Patienten hautnah, Teil 1: Gisela Gücking und ihr Herz

14.03.2017

Als Gisela Gücking bei der Feier zum 70. Geburtstag ihres Mannes nicht mehr die Treppenstufen hochsteigen kann, weil sie so schlecht Luft bekommt, weiß sie, es muss etwas passieren. Womit die Wanfriederin nicht gerechnet hatte, war die Diagnose: Herzinsuffizienz. Grund: Verengung der Aortenklappe. Folge: TAVI-OP am schlagenden Herzen.

„Ich habe mich in der Sprechstunde von einem Internisten im MVZ Luisenstraße durchchecken lassen. EKG, Echokardiographie, Ultraschall – das ganze Programm. Und als er fertig war, hat er mich keinen Schritt mehr gehen lassen. Mit dem Rollstuhl ging´s direkt ins Krankenhaus. So drastisch war die Lage“, sagt Gisela Gücking. In der Kardiologie-Abteilung des Klinikums Werra-Meißner schloss sich dann eine umfangreiche Diagnostik inklusive einer Herzkatheteruntersuchung an.

„Durch die Untersuchungen konnten wir feststellen, dass die Aortenklappe hochgradig verengt war und die Herzpumpleistung nur noch 15 Prozent betrug. Außerdem staute sich bereits „Wasser“ vor dem Herzen in der Lunge, was das Atmen und die Sauerstoffaufnahme erschwerte“, sagt PD Dr. med. Peter Schott, Chefarzt der Abteilung Kardiologie und Intensivmedizin am Klinikum. Es musste also schnell gehandelt werden, denn die Lage war ernst.

Heart-Team trifft Entscheidungen über die Behandlung gemeinsam

Das „Heart-Team“ – eine Expertenrunde aus einem Herzchirurgen und zwei Kardiologen – entschied, dass eine minimalinvasive OP an der Herzklappe, eine TAVI-Operation, die beste Möglichkeit für Gisela Gücking ist. Entsprechend wird die Patientin nach etwa einer Woche Krankenhausaufenthalt in Eschwege – nach Abschluss der notwendigen Untersuchungen und Herstellung eines stabilen Herz-Kreislaufbefundes – in die Universitätsmedizin nach Göttingen verlegt – und dort minimal- invasiv operiert. Von Kardiologen, die diesen Eingriff täglich machen.

Sie platzieren die neue Herzklappe über die Leiste im Herzen, wo sie unmittelbar ihre Funktion aufnimmt. Das alles, ohne den Brustkorb zu öffnen. „Wir kooperieren seit vielen Jahren mit dem Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen, um für unsere Patienten alle Therapieoptionen auszuschöpfen, auch wenn diese nicht im Klinikum Werra Meißner angeboten werden können“, sagt PD Dr. med. Schott.

„Am 3. November wurde ich schon in Göttingen operiert. Gott sei Dank ist alles nochmal gut gegangen – und endlich bleibt mir nicht mehr die Luft weg!“, sagt Gisela Gücking. „Dann wollte ich aber wieder nach Eschwege für die Nachbetreuung. Jeden Tag nach Göttingen fahren – nee, das war mir nichts“, fügt sie hinzu.

Ihre Herzleistung hat sich mittlerweile deutlich verbessert und die neue Herzklappe arbeitet einwandfrei, sagt Schott. Der Gisela Gücking regelmäßige kardiologische Checkups – alle sechs Monate – empfiehlt. Diese macht die Wanfriederin ambulant, zum Beispiel im MVZ Luisenstraße. Damit sie beim nächsten Geburtstag ihres Mannes beim Treppensteigen über Luftnot gar nicht mehr nachdenken muss.

Die Klinikum Werra-Meißner GmbH betreibt die beiden Krankenhäuser in Witzenhausen und Eschwege . Gesellschafter sind der Werra-Meißner-Kreis und die Stadt Witzenhausen.

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